Freitag, 21. März 2008

Abstecher in die organisierte Wildnis!

Dieses Mal führte mich mein Weg in den Jardim Botanico – den botanischen Garten. Das Areal kann mit einer Fläche von 141 ha aufwarten und beherbergt über 7000 verschiedene Pflanzenarten. Zu Beginn schreitet man durch eine Alle gespickt von Königspalmen. Danach folgt aber schon eine subtropische Pflanzenwelt. Und wo eine Flora, da auch eine Fauna. Wie man den Bildern entnehmen kann gibt´s in diesem Mini-Jungle neben Makaken-Äffchen z.B. pinke Libellen, zahlreiche Schmetterlinge in allen Farben, Schildkröten sowie Schlangen (leider kein Bild, da die Schlange und ich uns dermaßen erschrecken, dass keine Zeit blieb). Außerdem kann man sehr fleißige Waldarmeisen bei der Arbeit bewundern. Das Exemplar auf dem Foto schleppt zum Beispiel ein Blatt durch die Gegend, welches so lang ist wie mein Zeigefinger! Stunden später ließ ich das Wunderwerk der Natur hinter mir und machte mich auf den Weg nach Hause. Schließlich warteten wieder Köstlichkeiten der brasilianischen Küche auf mich, bzw. gingen sich auch noch zwei Sonnestunden am Strand aus. Juhuu!

Nun gut meine Lieben, ich wünsche Euch vorweg frohe Ostern!

Bis bald!

Tommi – The Alaskaboy in Rio de Janeiro!

Haben Sie Rio bei Nacht gesehen?

Wenn nicht, kann ich dieses unvergessliche Vergnügen nur empfehlen. Da ich ja schon beim Christus einen wunderbaren Ausblick auf Rio de Janeiro hatte, dachte ich mir, wenn ich oben auf dem Zuckerhut bin, dann bei Nacht. Gesagt – getan, machte ich mich vorgestern am frühen Abend auf den Weg und begab mich mit dem Bus in den Stadtteil Urca. Die Busfahrt war wie immer ein Hit. Denn mir scheint es langsam so, als glaubt jeder der Fahrer/innen, sie könnten es noch in die Formel 1 schaffen. Am Fuße des Zuckerhuts angekommen löste ich ein Ticket für die Gondel und wartete auf deren Abfahrt. Die Seilbahn gibt es seit 1912 und führt zunächst auf den davor gelagerten Morro de Urca. Dieser Hügel ist 230 Meter hoch und dient einerseits als Aussichtsplattform und andererseits als Umstiegstelle zur zweiten Gondel, welche mich auch dann auf den Zuckerhut brachte. Oben angekommen, war der Ausblick ein Traum. Ich denke, spätestens nach dem Rundblick von da oben, ist jeder von dieser Stadt begeistert. Die Christusfigur, der Strand von Flamengo, die Niteroi-Brücke, die Botafogo-Bucht, die Innenstadt und die südlichen Traumstrände Rios – alles läst sich von hier oben wunderbar erkennen. Und bei Nacht – mit der fantastischen Abenddämmerung – ist das Ganze ziemlich beeindruckend. WOW!

Mittwoch, 19. März 2008

Ausflug in eine unbekannte Welt!

Dieses Mal gönnte ich mir etwas Besonderes. Eine Fahrt mit der 1877 erbauten Straßenbahn vom Zentrum in den Stadtteil Santa Teresa. Damals noch mit Eseln als Zugmaschinen ausgestattet erfolgte 1898 die Elektrifizierung. Ich schätze, dass seit damals auch nichts mehr an der Tram verändert wurde. Wirklich kultig!

Aber wie immer, beginnen wir das Abenteuer von Anfang an. Nach einer kurzen Fahrt mit der Metro entstieg ich bei der Station Carioca dem klimatisierten Gefährt. Ein paar Rolltreppen später war ich noch immer unter Tag und befand mich in einem Zwischengeschoss, so groß und unübersichtlich wie in Wien am Karlsplatz. Und der kleine Tommi mitten drin. Juhhu! Nachdem sich die Stirnfalten wieder geglättet hatten, der Herzschlag sich normalisierte, marschierte ich frohen Mutes in irgendeine Richtung, um einen fetten Häuserblock später festzustellen, dass ich mir den Weg hätte sparen können. Nun gut dachte ich, dann packen wir halt unsere nicht vorhandenen Sprachkenntnisse aus und fragen nach dem Weg. Zielsicher steuerte ich einen ahnungslosen Zivilisten an und brachte ihn mit diversen Urlauten und Verrenkungen zum Stehen. Ich will gar nicht wissen was sicher derjenige über mich gedacht hat aber die oftmaligen „Tschuh - Tschuh - Tschuh – Bling - Bling “ inklusive Gesten hatten Erfolg, denn 10 Minuten später stand ich bei der Station. Artig stellte ich mich in der Schlange an, löste eine Fahrkarte und sicherte mir einen Fensterplatz. Bitte nicht bildlich vorstellen, denn Fenster und Türen gibt es keine. Dafür gibt es von vorne bis hinten Trittbretter. Wer die Fahrt auf diesen verbringt, bezahlt nichts. Als diese und alle Sitzplätze belegt waren fuhr das Ungetüm los. Nach einer Minute „Rumpl-di-Pumpl“ passierten wir ein riesiges Aquädukt. Imposant dachte ich, als ich ohne Sicherheitsleine gut 20 Meter hinab auf eine sechsspurige Verkehrsader blickte. Um noch eines drauf zu setzen sei erwähnt, dass das Aquädukt nicht wirklich breiter ist, als die Tram selber (bitte merken!). Danach ging es von einem malerischen Gässchen ins Nächste. Wirklich bezaubernd! An der Endstelle beschloss ich nicht gleich wieder zurück zu fahren, sondern hier auszusteigen und per pedes den Rückweg an zu treten. Gesagt – getan, kam ich an diversen kleineren Museen vorbei und bestaunte traumhaften Vorgärten. Hierzu sei erwähnt, dass man in dieser Stadt fast keine Strasse/Gasse ohne Pflanzen bzw. Grünflächen findet. Aufgelockert wurde meine kleine Erkundungstour von einigen Grafittis an den Hausmauer, welche niemand wirklich stören und genial in das Stadtbild passen. Auf halber Strecke wurde mir das Marschieren in der Sonne dann doch zuviel und ich nahm für den restlichen Weg die Tramway. Die kam komischerweise so schnell um´s Eck´, dass ich sie fast verpasste. Doch mit einem eleganten Hopser erwischte ich noch das Trittbrett, hielt mich mit meiner Rechten an einer Banklehne fest und genoss es mit einem fetten Grinsen als die Bahn an Tempo aufnahm. Der Fahrtwind brachte mir die erwartete Abkühlung und die bewundernden Blicke der Sitzenden ließen mich auf Wolke Sieben schweben. Aber nicht lange! Denn als ich bemerkte, dass mein Grinsen in die andere Richtung zeigte, war es schon zu spät! Das Aquädukt! Mit der Mutprobe im Visier bemerkte ich wie sich meine linke Hand zur Rechten gesellte und sich beide zeitgleich verkrampften. Die Überfahrt von vielleicht acht bis zehn Sekunden kam mir wie eine kleine Ewigkeit vor. Natürlich konnte ich mir den Blick nach Unten nicht verkneifen was zur Folge hatte, dass sich der Adrenalinausstoß bzw. die Schweißabsonderungen verzehnfachten. Hoffentlich erklärten sich die Mitfahrenden mein nasses T-Shirt damit, dass mir halt einfach so heiß war! An der Endstation brauchte es dann ein wenig bis man die Straßenbahn aus meiner Umklammerung befreit hatte. Mit einem herzlichen „mouito obrigado“ (Vielen Dank) verabschiedete ich mich beim Personal und setzte meinen Ausflug fort. Anschließend besuchte ich noch das Künstlerviertel mit der schon in der ersten Woche erwähnten hübsch verfliesten Stiege. Bei genauerem Betrachten fiel mir auf, dass fast allen Ländern dieser Welt eine oder mehrere Fliesen gewidmet sind. Auch Österreich! Mit stolz geschwellter Brust ging es dann nach Hause!

Bis bald meine Lieben!

Tommi – The Alaskaboy in Rio de Janeiro!

Ein Klassiker als Leckerbissen!

Der Sonntag stand ganz in Zeichen des Fußballs, denn im Estadio do Maracana stand „El clasico“ zwischen Flamengo und Botafogo auf dem Programm. Doch bevor wir uns auf den Weg machten besuchten wir den Hippie-Markt in Ipanema. Bei diesem lustigen Treiben, welches jeden Sonntag stattfindet kann man allerhand Schnick-Schnack kaufen. Angefangen von Schmuck, Bilder, Fetzen bis hin zu Brasilo-Andenken. Im Endeffekt all jene Dinge, bei denen man im Nachhinein merkt, dass man sie doch nicht braucht. Genau deswegen bin ich dann auch ohne Einkaufssackerl zu Hause angekommen. Am späten Nachmittag trafen wir uns mit ein paar Flamengo-Freaks und machten uns auf den Weg Richtung Maracana. Dort angekommen, erwarteten uns berittene Polizisten und gigantische Fangruppen mit allem was so dazu gehört. Doch im Großen und Ganzem lief alles recht friedlich ab. Nach Spielende mussten wir unsere Flamengo-Fans trösten, denn der Stadtrivale Botafogo ging mit einem knappen 3:2 als Sieger vom Platz. Die Heimfahrt verlief ein wenig hektisch. Denn einerseits lassen sich Sieger nicht vom Jubeln abhalten und andererseits wollen Verlierer nicht an ihre Niederlage erinnert werden. Wenn man da mal dazwischen ist, merkt man das die Welt natürlich keine Scheibe ist, aber vielleicht ein Fußball. Egal, Hauptsache wir sind gut und heil zu Hause angekommen.

Also dann, schönen Wochenbeginn an Euch alle!

Tommi – The Alaskaboy in Rio de Janeiro!

Man glaubt es kaum!

Obwohl ich mich relativ rasch an ein Leben mit Sonne und Hitze gewöhnt hatte, wurde ich dieses Wochenende eines besseren belehrt. Denn auch in dieser wunderschönen Stadt weint es hin und wieder von oben. Genauer gesagt hat es den ganzen Freitag und Samstag nur geregnet. Wahrscheinlich stellt sich der eine oder andere nun ein paar Regentropfen vor, welche am Asphalt verdampfen. Dem ist nicht so! Wenn es hier einmal regnet, dann ordentlich. Somit genossen wir eine gepflegte Konversation mit dem Fernseher und besserten unsere Sprachkenntnisse ein wenig auf. Außerdem konnte ich mich auch den wartenden Ansichtskarten widmen. Samstagabend fiel uns dann die Decke auf den Kopf, was wiederum zur Folge hatte, dass wir mit unseren Carioca-Freunden einen drauf machten. Auch nicht schlecht! Leider gibt es davon keine Fotos…..!